Leserbrief: Anmerkung auf die Reaktion der Vorstände vom 25./26. Juni 2016 im Märkischen Sonntag

Hinweis: Die folgende Reaktion meinerseits wurde vom "Märkischen Sonntag", nach Einreichung (26.06.2016 11:45 Uhr) bei der Redaktion Schwedt, nicht veröffentlicht.
Grund: Es wurde schon die hinreichenden Positionen ausgetauscht und bei weiteren Anmerkungen wäre der Kreisverband Uckermark der Gartenfreunde e.V. zu kontaktieren.


Mit großem Interesse habe ich die veröffentlichten Reaktionen von etwaigen Vorsitzenden im Märkischen Sonntag 25./26. Juni 2016 vernommen:

Die veröffentlichten Reaktionen vermitteln nun dem Leser den Eindruck, dass alles doch in Ordnung ist und es sich lediglich um einmalige Ausrutscher einiger Vorstände im Umgang mit ihren Vereinsmitgliedern handelt. Es ist interessant, dass nur Vorsitzende zu Wort gekommen sind, wo es in den Kleingartenanlagen läuft. Teilweise nehmen die Gartenfreunde sogar zum Teil Aufgaben im Kreisvorstand wahr oder sind dort beratend tätig. Es wäre wünschenswert gewesen auch Vereinsmitglieder mit ihrer Meinung zu meinem Leserbrief abzudrucken, wo vielleicht doch eine Zustimmung möglich wäre. Somit ist eine objektive, neutrale unabhängige Betrachtung dieser Thematik nicht möglich.

Zunächst möchte ich anmerken, dass die Vorstände schnell das Vertrauen der Mitgliederschaft verspielen, wenn diese nicht mit größter Sorgfalt seine Aufgaben als gewähltes Vereinsorgan ausführen. Es ist daher eine Grundvoraussetzung die Vorstandsarbeit nach besten Wissen und Gewissen, auch im Hinblick auf einer Bereitschaft zur Weiterbildung, zu verrichten. Eine Korrektur der Fehler steht den Vereinsvorständen nur bedingt zu, vor allem, wenn Sie diese selbst auch rechtlich heilen können. Bei gravierenden Fehlern, wie z.B. bei Nichteinberufung einer Mitgliederversammlung riskiert der Vereinsvorstand einen Satzungsverstoß der hinreichend vereinsintern oder auch strafrechtlich durch die Vereinsmitglieder oder andere Vereinsorgane verfolgt werden kann, da es unter Umständen für den Verein einen essentiellen Schaden in vielerlei Hinsicht bedeuten kann.

Der Reaktion vom Vorsitzenden K. Walther des KGV Talsand e.V. war zu entnehmen, dass es durchaus Nachwuchsprobleme für die Vorstandsämter in den Vereinen gibt. Der Umstand ist tatsächlich schon in einigen Kleingartenanlagen vorgedrungen. Es gibt sicher durchaus junge Gartenfreunde, die im Verein oder Vorstand mitarbeiten möchten. Sicher gibt es auch solche, die als Schichtarbeiter tätig sind oder täglich zur Arbeit pendeln. Diese Leute haben einfach keine Zeit noch ein ehrenamtliches Amt zu übernehmen. Andere wiederum würden sich engagieren, aber kommen nicht zum Zug oder werden verstoßen. Die Aufgabe der Vereine ist und bleibt es eine Nachwuchsförderung zu etablieren, um die Ämter im Vereinen weiterhin besetzen zu können.
Aus meiner Sicht wird nur das Kleingartenwesen nur weiterbestehen können, wenn Jung und Alt sich gemeinsam engagieren. Eine Gerontokratie wird im Vereinsleben auf Dauer nicht förderlich sein.

Die Reaktion von der Vorsitzenden G. Geisler kann ich so gut wie nicht nachvollziehen, da es in meinem Leserbrief nicht um konstituierte Richtlinien und Regeln vom Kreisverband ging, sondern in der ersten Linie um die geregelte Vergabe von Kleingarten-Parzellen mit Einspruchsrecht für den Interessierten, da nicht unbedingt jede Ablehnung auf Fakten wie u.a. Zahlungsfähigkeit, Ordnung und Sauberkeit beruht. Es müsste von Kreisverband zentral geprüft werden, ob sich der Pachtinteressierte im Zahlungsrückstand befindet oder es andere nennenswerten Auffälligkeiten beim bisherigen Pachtgarten gab. Somit sollte es die Möglichkeit eines Einspruchs geben, wie es im Verwaltungsrecht üblich ist.
In Zeiten des demographischen Wandels ist auch durch den Kreisverband anzustreben die Anpachtung eines Zweitgartens bei geprüfter Zahlungsfähigkeit und sonstigen Modalitäten zu ermöglichen. Ein formloser Antrag sollte die Eintrittskarte zu einem zentralen Vergabe-Verfahren sein. Weiterhin ist die sollte die Transparenz ein wichtiger Baustein im Vereinsleben sein.

Die neu geplante Schiedsstelle vom Kreisverband ist wichtiger denn je. Auch andere Kreis- oder Bezirksverbänden haben schon seit vielen Jahren so eine Schlichtungsstelle.
Bisher verwies meist der Kreisverband die betroffenen Gartenfreunde an die Vereine zur Problembeseitigung bei pachtrechtlichen Defiziten, wie auch in Vereinsangelegenheiten zurück.

Der von der Vorsitzenden B. Purps geschilderten Problematik soll die grundsätzliche „Willkür“ bei der Vorstandsarbeit in Frage stellen, obwohl es häufiger vorkommt, dass u.a. Gartenfreunde, die vorbildlich eine Parzelle pachten und den Wunsch haben einen Zweitgarten zu bewirtschaften. Dieses Anliegen erfolgt meist ohne eine konkrete Prüfung der Vorstände und wird eigenmächtig vergeben. Es gibt häufig keine Warteliste bzw. ein konkretes Vergabeverfahren auf Kreisebene. Die Vereinsvorstände können doch froh sein, wenn jemand noch einen zweiten Kleingarten zur Bewirtschaftung nimmt, womit er die Einnahmen des Kleingartenvereins durch die Übernahme der Parzelle sichert. Es gibt durchaus Parzellen, die zunehmend als „Partygärten“ genutzt werden. Dieser Umstand ist bekannt, war aber von der Richtung her nicht so von meinem Leserbrief beabsichtigt.

Um das Kleingartenwesen zu sichern bzw. zu reformieren ist auch eine ordnungsgemäße und maßgebliche Vorstandsarbeit essentiell.
Die Vorstandsmitglieder haben nicht ohne Grund einen Vorbildwirkung gegenüber der Belegschaft und müssen sich auch an Recht und Gesetz halten wie das "normale" Vereinsmitglied.

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